Der Umgang mit dem Leichnam

Wie umgehen mit der Unsicherheit?

Ein heikles Thema … Wir haben verlernt, uns um den Leichnam liebevoll zu kümmern. Hier finden Sie einige Hinweise aus der Sicht eines Bestatters.

Der Anblick eines Leichnams löst bei vielen Menschen Unsicherheit, Angst und Panik aus. Man wird konfrontiert mit Tod, der Endlichkeit des Lebens, auch des eigenen. Es wird deutlich, dass jetzt das nicht mehr da ist, was den lebendigen Menschen ausmacht. Dies wirft die unbeantwortbare Frage auf: Wo ist dieser Teil jetzt?

erikawittlieb-pixabay-bedroom-1006527_1920Die Scheu, einen Toten zu berühren, ist oft groß. Es gibt die Mär vom Leichengift…  Aber es gibt keinen Grund einen Menschen, den man vielleicht Monate selbst gepflegt hat, nach seinem Tod nicht mehr anzufassen. Im Gegenteil: die Wahrnehmung von Veränderung, die nach dem Tod eintritt, ist hilfreich, damit wir wirklich begreifen, was passiert ist.

  1. Erste Erkenntnis: Jetzt ist eingetreten, was wir vermeiden wollten, der Tod. Es nichts mehr zu tun, was zum Erhalt des Lebens nötig wäre.
  2. Vom Sterbebett zur Aufbahrung – Ruhe kann einkehren
  3. Letzte pflegerische Maßnahmen: „Fertig machen“ des Verstorbenen, waschen, ölen, kleiden, Kinn und Augenlider fixieren und mehr; alles nur, wenn es gewünscht wird
  4. Sich Zeit nehmen für den Abschied, dafür einen geeigneten Raum wählen; eine Atmosphäre für Einkehr, Gebet, Zwiesprache, Rituale und Zeremonien schaffen
  5. Aktiv beteiligt sein an der Abholung, Einsargung; Sargbeigaben mit auf den Weg geben, mitwirken am Verschließen des Sarges, den Sarg mit einem Tuch schmücken, mittragen und mehr
  6. „Besichtigung“ – eine Verabschiedung am offenen Sarg vor der Trauerfeier arrangieren

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Uller Gscheidel

Uller Gscheidel

Uller Gscheidel ist Diplom-Pädagoge und nach vielen Jahren beratender und leitender Tätigkeit seit 2002 Bestattungsunternehmer (charon.de). Er wollte in einem gesellschaftlichen Umfeld neu beginnen, das aus seiner Sicht dringend Impulse der Erneuerung bedarf, gerade in einer Zeit, in der fest gefügte Rituale und Abläufe in Krisensituationen für immer mehr Menschen hohl und sinnentleert wirken. Freilassender Respekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen und Einstellungen waren immer Grundlage seiner Beratertätigkeit. Mitgefühl und Verständnis sind in 35 Jahren aus dem tibetischen Buddhismus gewachsen. Seit 2012 ist er Gesellschafter und Geschäftsführer der von ihm und seiner Kollegin Susanne Jung gegründeten Gesellschaft PortaDora mit Sitz in Berlin.
Uller Gscheidel

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