Was tun Bestatter, was kann man selbst tun?

Wer übernimmt welche Aufgaben - und was ist erlaubt?

tingeling-pixabay-flowers-1720327_1920Es gibt vielfältige Möglichkeiten, bei einer Bestattung mitzuwirken und die Kompetenen des Bestatters als Dienstleister sinnvoll zu nutzen.

Alle Bestatter tun das Gleiche – Sie sind Dienstleister für Angehörige und erledigen, die Dinge, die nach Eintritt eines Sterbefalls getan werden müssen. Aber alle tun es anders!

Vorlieben, Kompetenzen und ethische Vorstellungen des einzelnen Bestatters bestimmen sein Firmenprofil, das sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Bestatter sind:

  • Dienstleister, beauftragt und bevollmächtigt durch die Angehörigen. Sie vertreten die Angehörigen gegenüber Verwaltungen und Behörden.
  • Verkäufer für Särge und andere Utensilien
  • Spediteure zuständig für Leichentransporte, Kühlung und Lagerung von Verstorbenen
  • „Leichenwäscher“ (waschen, einbetten, kleiden)
  • Eventmanager für die Trauerfeier
  • Berater und Prozessbegleiter der Angehörigen

Was Sie selbst mit dem Verstorbenen tun dürfen

  • Aufbahrung zuhause (in manchen Bundesländern bis 36h)
  • Totenwache halten
  • den Verstorbenen waschen
  • dem Verstorbenen eigene Kleidung anziehen (lassen)
  • den Verstorbenen in den Sarg betten
  • den Sarg verschließen
  • den Sarg bemalen
  • Verabschiedung am offenen Sarg VOR der Trauerfeier
  • Papiere besorgen
  • Anzeigen aufgeben (mit Einschränkungen)

Gesetzlicher Rahmen

Das Bestattungsgesetz ist ein Landesgesetz und von daher in jedem Bundesland etwas anders. Es wird darin definiert, was eine Leiche ist, wer den Tod feststellt, Fristen bis zur Überführung in eine Kühlung und bis zur Beerdigung werden vorgeschrieben. Man sollte sich also vor Ort informieren. Hier ist das Beispiel für Berlin:

  • Todesfeststellung durch einen Arzt
  • 36 h Frist bis zur Kühlung in Berlin / in Brandenburg 24h
  • Transporte nur im Leichenwagen
  • Sargpflicht in Berlin
  • Bestattungspflicht auf einem Friedhof
  • geschlossener Sarg bei einer Trauerfeier

Was hilft?

Es gibt im Grundsatz zwei verschiedene Strategien:

maximale Delegation an Bestatter
Sie entscheiden alles bei Vergabe des Auftrags und besuchen die dann organisierte Trauerfeier sozusagen als Gast

maximale eigene Beteiligung
Sie tun fast alles selbst mit Unterstützung und Beratung des Bestatters

In der Realität wird Ihr Weg irgendwo dazwischen liegen – und was Ihnen hilft, entscheiden Sie selbst.
Leitfragen:

  • Was kann ich noch selbst für den Verstorbenen tun?
  • Was hätte er oder Sie sich gewünscht?
  • Was hilft mir selbst mit dem Verlust weiter zu leben?
  • Was stärkt mich im Prozess der Neuordnung des weiteren Lebens?

Weitere Artikel von Uller Gscheidel:

„Ich stehe als Mensch an der Seite der Angehörigen“

Der Umgang mit dem Leichnam

Die Trauerfeier als Ritual

Bilder, die die Seele tief bewegen

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Uller Gscheidel
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