Was kommt danach? Sabine Wolf antwortet

Beitrag zu unserer Umfrage, wie man sich das Jenseits vorstellt.

Unser Schwerpunkt im Dezember 2016 ist der Begriff „Elysium“, der in diesem Zusammenhang stellvertretend für das Jenseits steht. Wir waren neugierig von vielen Menschen zu erfahren, wie sie sich das Jenseits vorstellen. Dazu haben wir uns auf Stephen Hawking bezogen, der in einem Interview sagte: „Es gibt keinen Himmel; dies ist ein Märchen.“ Wie sehen Sie das?

sabine-wolf-portraitSabine Wolf. 1968, ein Sohn, drei Hunde, im Tierschutz engagiert, ist Medizinische Fachangestellte in einer neurologisch/psychiatrischen Praxis

Wie stehen Sie zu der These „Es gibt keinen Himmel; dies ist ein Märchen“?

Ich denke, dass der Himmel, so wie er in den meisten Religionen dargestellt wird, nicht existiert.

Meinem Gefühl nach gibt es aber etwas, was uns „auffangen“ wird, wenn unser Leben hier auf Erden beendet ist.

Das Leben hier auf Erden ist eine Aufgabe, um sich daran zu entwickeln.

Diese Entwicklung, wenn sie positiv ausgerichtet ist, wird nicht mit dem Verlassen der irdischen Hülle zu Ende sein.

Haben Sie eine eigene Vision, Gedanken, Vorstellungen davon, wie ein Leben nach dem Tod aussehen könnte, die Sie uns kurz beschreiben können?

In meiner Version ist der Himmel etwas Übergeordnetes, das frei von Leid, Qual, Macht und Gier ist.

Ich stelle ihn mir wie einen weiten Raum vor, eine unendliche Weite, in der Platz ist für all die Energie der Menschen, die ihr Leben in Achtsamkeit, Mitgefühl, Verantwortung, Rücksichtnahme und Liebe gelebt haben. Eine Weite, die erfüllt ist von Frieden.

Was genau es ist, was von unserem irdischen Dasein letztendlich unsterblich ist, kann ich nicht genau benennen. Sind es die guten Seelen der Menschen?  Ist es der reine Geist der Menschen?  Ist es beides? Dies habe ich für mich noch nicht wirklich herausgefunden.

Ich nenne das Unsterbliche die „reine und gute Essenz“ dessen, was auf Erden gelebt wurde.

Ich stelle mir diese „reine/gute Essenz“ wie ein großes Energiefeld vor, in dem alles miteinander verschmilzt, und dadurch entsteht eine unsterbliche Verbundenheit.

Jeder Mensch, der die Erde verlässt, fließt als kleines Ernergieteilchen/kleiner Funken in das große Ernergiefeld mit ein.

Hilft eine himmlische Vision im Umgang mit dem Tod im Leben?

Meiner Meinung nach hilft die himmlische Vision vielen Menschen die Angst vor dem Tod zu mildern.

Der Mensch braucht in der Regel etwas, woran er sich festhalten kann, wenn er in Not kommt oder gar sein Leben bedroht ist.

Ganz gleich an welche Vision jeder Einzelne glaubt, wichtig ist es, dass in der Stunde des Abschieds und des Loslassens von unserem irdischen Leben der Geist ruhig und das Herz friedvoll ist. Um diese Ruhe und den Frieden zu schaffen, hilft dem Sterbenden die himmlische Vision. Sie lässt ihn darauf vertrauen, dass er nicht ins „Nichts“ entschwindet, sondern dass seine Vision des Himmels ihn aufnehmen wird.

Lisa Freund

Lisa Freund

Lisa Freund ist Mitgründerin von Elysium.digital. Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod ist für mich immer wieder neu. Sie bewegt mein Herz und erweitert meinen Horizont.
Lisa Freund

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1 Antwort

  1. 1. Dezember 2016

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