3SAT: 19.10.2016: Wer hilft mir beim Sterben?

Dokumentation zum Thema Sterbehilfe

3SAT strahlt am Mittwochmorgen, 19.Oktober 2016, ab 11:30 Uhr, eine Dokumentation mit dem Titel „Wer hilft mir beim Sterben?“ aus. Der Film von Ulli Wendelmann wurde erstmalig im November 2015 im MDR ausgestrahlt im Vorfeld der Entscheidung zur Gesetzgebung über die Sterbehilfe.

Aus der Beschreibung:

Sterbehilfe für Todkranke ist in Deutschland umstritten, obwohl die Selbsttötung per Gesetz jedem freisteht. Dazu äußern sich Patienten, Mediziner, Juristen und Politiker.

Hintergrund ist eine Gesetzesabstimmung im November 2015 im Bundestag, die darüber entscheidet, ob Ärzte Beihilfe beim Suizid leisten dürfen. Der Film begleitet Menschen in den letzten Monaten ihres Lebens und zeigt die Realität und Verzweiflung hinter der Debatte.

Auf Medizinerseite zu sehen sind eine holländische Ärztin, zu deren Alltag Sterbehilfe gehört, und ein Schweizer Arzt, der immer wieder von deutschen Patienten um Hilfe gebeten wird. Zu Wort kommen zudem Juristen, Ethiker und Politiker, die unterschiedliche Standpunkte zu der geplanten Gesetzesänderung vertreten.

Als Gabriele Auenmüller die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommt, schließt sie nicht aus am Ende zum Sterben in die Schweiz zu fahren. Auch Karl Faltenbacher ist sich nach vielen Jahren mit einer unheilbaren Krankheit sicher: Er wünscht sich ärztliche Sterbehilfe und hat bereits Kontakt zu einem Arzt aufgenommen, der dazu bereit ist.

Helmut Meile, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, leidet an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im fortgeschrittenen Stadium. Sein Glaube, seine Familie und sein Arzt haben ihm bisher über Ängste und Schmerzen hinweggeholfen. Wenn die medizinische Kunst ausgereizt ist, hofft aber auch er, dass der vertraute Arzt ihm beim Sterben helfen kann.

Ob der Mediziner das darf, darüber wird im November 2015 im Bundestag entschieden. Dann soll ein neues Gesetz verabschiedet werden, das regelt, ob Ärzte Beihilfe beim Suizid leisten dürfen oder ob ihnen dafür unter bestimmten Umständen eine Strafe drohen kann.

Die Bundesärztekammer droht ihren Mitgliedern mit dem Entzug der Berufserlaubnis, wenn sie Patienten bei der Selbsttötung helfen. Das führt zu großen Unsicherheiten im Verhältnis Arzt-Patient. Und so wählen manche Todkranke in ihrer Verzweiflung den Sprung aus dem Fenster, den Griff zur Waffe oder die Fahrt ins Ausland.

Im Deutschen Bundestag zeichnet sich aktuell eine Mehrheit für eine strafrechtliche Verschärfung der Sterbehilfe-Gesetzgebung ab. Doch laut Umfragen wünscht sich die große Mehrheit der Deutschen, ärztliche Beihilfe bei der Selbsttötung in Anspruch nehmen zu können.

Michael Ziegert

Michael ist einer der beiden Gründer von Elysium.digital. Als gelernter Journalist und langjähriger Internet-Unternehmer hat ihn der Online-Journalismus schon immer fasziniert.

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1 Antwort

  1. Christian Klische sagt:

    Über die Liberalisierung der Sterbehilfe entscheiden Leute, die von den Umständen nicht betroffen sind, die zu einem Selbsttötungswunsch führen.Doch laut Umfragen wünscht sich die große Mehrheit der Deutschen, ärztliche Beihilfe bei der Selbsttötung in Anspruch nehmen zu können. „Wir sind das Volk“

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